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Tagebuchnotizen
Die Reise: |
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12. Oktober 08
"Endlich waren wir nach 15 Stunden unterwegs am Ziel angekommen... Der Verkehr, die Luft voller Abgase, Häuser, die wir bis jetzt nur aus dem Fernsehen kannten und viele arme Menschen auf den Strassen... Als wir in unserem Hotel ankamen, war ich ein wenig beruhigt..."
Heiko, Lernender Pfullendorf DE
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Die Arbeit: |
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13. Oktober 08
"Am Montag ging es endlich mit dem Arbeiten los. Wir waren alle auf unsere Baustelle gespannt. Nach einer kurzen Einweisung und Gruppeneinteilung begannen wir schliesslich mit unseren Arbeiten. Zwei Gruppen begannen sofort mit der Montage der Kombifix-Systeme, eine weitere Gruppe baute unsere kleine Werkstatt auf und die vierte Gruppe sortierte die Produkte, die uns geliefert wurden..."
Heiko, Lernender Pfullendorf DE
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14. Oktober 08
"Die Stützpfeiler sind mehr provisorisch, eine Ansammlung aus Metallstangen und Holzbrettern, die mit Draht irgendwo an der Wand und irgendwo am noch nicht fertigen Dach befestigt wurden, in der Annahme "wird schon halten"...Irgendwann kommt "El Maestro Carols" vorbeigeeilt, der Chef der ganzen Konstruktion, und macht seinen Genossen etwas Feuer unter dem Hintern..."
"Neben der Rolle als Arbeiter übernehmen wir auch unfreiwillig die Rolle der VIPs. Bei sämtlichen Schülern sind wir eine Sensation, die in jeder freien Minute beobachtet werden muss. Klar, denn allzu häufig laufen keine blondhaarigen Jungs oder rothaarigen Mädels mit grünen und blauen Augen an ihnen vorbei..."
Steffi, Lernende Pfullendorf DE
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15. Oktober 08
"Bei den zwei Gruppen des anderen Gebäudes ging es wieder mal schwieriger zu und her. Am Anfang konnten sie zwar zielstrebig auch die Winkel für die Waschbecken anbringen und gleich mit Mepla verbinden. Aber plötzlich rissen die einheimischen Arbeiter Stützen weg oder schaufelten diese von einem Haufen auf den anderen. Schaufeln... - warum auch immer - und in solchen Fällen bleibt dann nichts anderes als sich eine andere Arbeit zu suchen..."
Christoph, Lernender Pottenbrunn AT
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16. Oktober 08
"Pünktlich wie jeden Tag geht die Alarmsirene los - nein, kein Feuer, aber schlimmer... - die Schüler haben jetzt Pause. Das heisst für Patrick und mich, dass wir das Weite suchen müssen, da die Mädchen ständig Fotos von uns machen wollen. Und die schrecken auch nicht von einer mit Nägeln besäten Baustelle zurück... Uff, endlich ist die Pause vorbei, und wir können weiterarbeiten..."
Philippe, Lernender Rapperswil-Jona CH
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17. Oktober 08
"Heute bekamen wir eine neues Mitglied von der Organisation Sembres in unsere Crew. Er wird uns für die restlichen Arbeitstage hier begleiten. Wir zeigten ihm, wie er unsere Arbeit beenden kann, falls wir nicht ganz fertig werden..."
Patrick, Lernender Rapperswil-Jona CH
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Das Wochenende: |
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18. und 19. Oktober 08
"Nach einer arbeits- und ereignisreichen Woche freuten wir uns auf den verdienten Wochenendausflug... Direkt auf der Äquatorlinie in der Ortschaft Guachala legten wir einen Stopp ein... Zum ersten Mal konnten wir die typische ecuadorianische Spezialität bewundern: gegrillte Meerschweinchen... Wir konnten uns für die Delikatesse nicht wirklich erwärmen..."
"Ich traute meinen Augen nicht, als ich sah, wie die Lernenden aus der Schweiz und Christoph aus Österreich Richtung Schiffsteg liefen und ohne mit der Wimper zu zucken in den acht Grad kalten Gletschersee sprangen.... Weiter ging es nach Cuicocha, von wo aus wir auch den nicht mehr aktiven Vulkan Cotopaxi sehen konnten..."
Rafael Anner, Betreuer Lernende
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Die Arbeit: |
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20. Oktober 08
"Heute wurden die Abwasserleitungen und die Bodenentwässerung verlegt. Jedoch stellte sich beim einen Haus heraus, dass dies ein Problem werden würde, da der Boden bereits zubetoniert war und zuerst wieder aufgespitzt werden musste. Weiter wurden die Urinale, Mepla Leitungen, Duschen und die WC-Abwasserleitungen montiert und verlegt. Wie bei jedem feuerwehrmässigen Pausenklingelton ging der Rummel wieder los...Zwei Mädchen fragten sehnsüchtig nach meiner E-Mailadresse..."
Sonny, Lernender Rapperswil-Jona CH
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21. Oktober 08
"Bis auf dass die Bauarbeiter wieder mal unsere Stromkabel vergraben und den Schutt vom Dach runtergewischt haben ohne zu schauen ob wir darunter sind, lief der zweite Teil des Arbeitstages gut ab… Auf dem Rückweg in unser Hotel sahen wir sogar Fackeljonglierer, die aufeinander stehen und das mitten auf der Strasse. Was hier alles auf der Strasse abgeht, kann man sich nicht vorstellen: Zeitungs- und Früchteverkäufer, Akrobaten, Bettler und vieles mehr. Auch der Verkehr ist unglaublich: links wird überholt, rechts wird überholt, Vortritt nach Lust und Laune..."
Raphael, Lernender Rapperswil-Jona CH
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22. Oktober 08
"Jetzt wo es langsam dem Ende zugeht, wünschen sich manche von uns, dass es noch länger dauern würde… Meine Arbeit bestand aus messen, schweissen - und die pfeifenden Arbeiter zu ignorieren… Zum Schluss spielten wir heute Abend zu sechst Poker. Steffi zeigte es den Jungs - und gewann…"
Gabi, Lernende Pfullendorf DE
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Letzter Arbeitstag: |
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23. Oktober 08
"Weil wir in der Schule die Sanitäranlagen einrichteten, bekommen die Leute von Sembres mehr Land gut gesprochen. Der Leiter der Hilfsorganisation bedankte sich mehrmals bei uns und hiess uns auch in Zukunft jederzeit willkommen... Die letzten paar Stunden Arbeit waren angekündigt... Und nochmals erwarteten uns kuriose Aktionen: Die Arbeiter warfen den Putz mit Schaufeln an die Decke und verstrichen ihn dann erst, wodurch zirka ein Viertel auf den Boden und andere Leute geschleudert wurde…."
Heiko, Lernender Pfullendorf DE
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Abschied von Ecuador und Rückreise: |
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24. und 25. Oktober 08
"Es ist erstaunlich, wie gläubig die Menschen sind. Selbst das Wenige, das sie besitzen, spenden sie noch… Unseren eindrücklichen Stadtrundgang schlossen wir an gleicher Stelle ab, wo unsere Reise in Ecuador begann. Auf 3000 Meter über Meer in einem Restaurant bei der ecuadorianischen Freiheitsstatue... Wir sprachen über die vergangenen zwei Wochen und hatten noch einmal einiges zum Nachdenken und Schmunzeln: zum Beispiel wenn wir uns an die Arbeitssicherheit auf der Baustelle erinnerten..."
"In den vergangenen zwei Wochen sind wir als Team richtig zusammengeschweisst und beinahe eine kleine Familie geworden..."
Rafael Anner, Betreuer Lernende
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